
Literatur und kulturelle Formen sind kein schmückendes Beiwerk – in ihnen verhandelt eine Gesellschaft, wer sie ist, was sie glaubt, worüber sie streitet. Genau das lässt sich im BSF LCCP nicht nur analysieren, sondern schon während des Studiums selbst mitgestalten: im Rahmen von Praktika bei Zeitschriften und Verlagen, in Literaturhäusern und auf Festivals.
Für alle, die ohnehin nicht anders können – die beim Lesen, beim Serienschauen, beim Gang durchs Museum immer schon fragen: Warum trifft mich das? Wer erzählt hier, und mit welcher Absicht? Diese Neugier ist die einzige Voraussetzung – alles Weitere vermittelt das Studium.
Im Zentrum steht zunächst das, was die Literaturwissenschaft seit jeher stark macht: genaues Lesen. Wie ist ein Text gebaut, wie erzeugt er seine Wirkung, wie steht er in einer langen Tradition von Formen und Stoffen? Der grosse Roman gehört hier selbstverständlich dazu, ebenso Lyrik und Drama – die Werke, die unsere Kultur über Jahrhunderte geprägt haben. Doch gelesen werden sie nicht im luftleeren Raum: Ein Text ist immer mit seiner Zeit verwoben, mit gesellschaftlichen Debatten, mit anderen Künsten und Medien. Genau hier kommt die Kulturwissenschaft ins Spiel – sie weitet den Blick vom einzelnen Werk auf das ganze Feld, in dem Bedeutung entsteht, und liefert das Handwerkszeug, Kultur in all ihren Formen zu lesen. So steht der klassische Roman plötzlich im Gespräch mit neueren Formen: mit Rap- und Songtexten, der Graphic Novel, Insta-Poetry; mit der Frage, wie aus einem Manuskript ein Bestseller wird, vom Cover bis zum Klappentext, oder wie ein Klassiker neu übersetzt und auf die Bühne gebracht wird. Bei all dem steht dieselbe Frage im Zentrum: Wie entsteht Bedeutung? Welche Bilder und Erzählungen werden aufgerufen, wer spricht zu wem? Und es bleibt nicht bei der Analyse: Solche Formen lassen sich auch selbst gestalten – eine Ausstellung kuratieren, ein Heft redigieren, ein Vermittlungsformat entwickeln. Am Ende schaut man Literatur und Kultur nie wieder gleich an.
Weil wir in einer Welt leben, die von Erzählungen und Bildern förmlich überflutet wird – von Werbung über Politik bis zu KI-generierten Inhalten. Wer sie lesen, einordnen und selbst gestalten kann, ist klar im Vorteil. Genau diese Fähigkeit bildet das BSF LCCP aus.
Die klassischen Fächer gehen in die Tiefe einer einzelnen Sprache und ihrer Literatur – grossartig, aber ein anderer Zugang. Im BSF LCCP steht nicht die Sprachgrenze im Zentrum, sondern die Frage: Wie funktioniert kulturelle Erinnerung? Wie prägt Mehrsprachigkeit den Blick auf die Welt? Wie wandern Bilder und Erzählungen zwischen Kulturen? Solche Fragen lassen sich nur stellen, wenn man über das einzelne Fach hinausdenkt. Und es bleibt nicht bei der Theorie: eigene Projekte und Praktika gehören von Anfang an dazu. Diese Verbindung gibt es an der Fakultät sonst nirgends.
Überall dort, wo mit Sprache, Kultur und Öffentlichkeit gearbeitet wird: Verlage und Redaktionen, Museen und Theater, Festivals, Stiftungen, Kulturvermittlung. Und weil sich das BSF LCCP frei mit einem zweiten Fach kombinieren lässt – etwa mit Soziologie oder Politikwissenschaft –, öffnen sich ebenso Wege in die Öffentlichkeitsarbeit, in Kommunikationsabteilungen, in NGOs, Verbände oder die Politikberatung. Wer Erzählungen verstehen, einordnen und gezielt gestalten kann, wird heute in fast jeder Branche gebraucht.
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