/ Studium

Ringvorlesung: Facetten der Mehrsprachigkeit in der Schweiz

RV Facetten der Mehrsprachigkeit

Konzeption der Ringvorlesung: Prof. Angela Ferrari und Giovanni Piantanida; Donnerstags, 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr, Alte Universität, Hörsaal -101

Für die Schweiz ist die Mehrsprachigkeit in erster Linie ein Identitätswert, der in ihrer Verfassung verankert ist und durch das Sprachengesetz von 2007 noch einmal deutlich bekräftigt wurde. Darin erkennt die Gesetzgebung vier Landessprachen an: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Wie verhält es sich jedoch jenseits der gesetzlichen Regelungen? Welche Facetten der Schweizer Mehrsprachigkeit zeigen sich in der Realität? Dies ist die grundlegende Frage, die diese Ringvorlesung beantworten wird. Wir beginnen mit einer Auseinandersetzung mit dem Begriff der Mehrsprachigkeit selbst und gehen dabei auf die Ideologien ein, welche die Geschichte dieses Konzeptes geprägt haben, bis hin zu den heutigen Debatten. Anschliessend betrachten wir die offizielle Mehrsprachigkeit der Schweiz aus amtlicher Perspektive und befassen uns mit der Frage der Amtssprachen in der Bundesverwaltung sowie mit der Frage der Minderheitensprachen und der Präsenz der Dialekte der Deutschschweiz. Die darauffolgenden Vorträge behandeln das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, wodurch die Vielseitigkeit und Allgegenwärtigkeit der Mehrsprachigkeit in der soziolinguistischen Realität der Schweiz deutlich wird. Es werden Fragen zu Herkunftssprachen, Sprachen der Migration, sozialer Ausgrenzung und Inklusion sowie zur Sprachwahl in konkreten Situationen, in denen SprecherInnen verschiedene Sprachen sprechen, behandelt. Auch die Mehrsprachigkeit in den Schweizer Sekundarschulen wird thematisiert, wobei auch Überlegungen zum Sprachunterricht angestellt werden. Die Ringvorlesung endet mit einem Blick auf die sprachliche Vielfalt an unserer Universität.

 

PROGRAMM:

17.09.2026: Raphael Berthele (Institut für Mehrsprachigkeit, Université de Fribourg):

 Mehrsprachigkeit: Von der Ideengeschichte zu aktuellen Modellen und Debatten


24.09.2026: Anke Jucker (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team der Delegierten des Bundes für Mehrsprachigkeit):
Mehrsprachigkeitspolitik der Bundesverwaltung: Strategische Ziele und Evaluationsergebnisse


01.10.2026: Vincenzo Todisco (PHGR, Chur):
Minderheiten im Spannungsfeld zwischen Sprache, Mehrsprachigkeit und Territorium


08.10.2026: Adrian Leemann (Universität Bern):
Dialekte der Deutschschweiz


15.10.2026: Aline Kunz & Silvia Natale (Universität Bern):
Mehrsprachigkeit und Herkunftssprachen: Begriffliche und theoretische Grundlagen


22.10.2026: Aline Kunz & Silvia Natale (Universität Bern):
Herkunftssprachen in der Schweiz: Überblick über die Sprachgemeinschaften und Einblicke in family language policies


29.10.2026: Stephan Schmid (Universität Zürich):
Sprachmischung bei Jugendlichen in der Deutschschweiz


12.11.2026: Stephan Schmid (Universität Zürich):
Zum Schweizerdeutschen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund


19.11.2026: Mathias Picenoni (PHSG, St. Gallen):
Mehrsprachigkeit in den Sekundarschulen I–II: strukturelle und didaktische Aspekte


26.11.2026: Luisa Carrer (ZHAW, Winterthur):
Accessible communication in Switzerland’s multilingual landscape: Standard German and simplified German as a case in point


03.12.2026: Lorenza Mondada (Universität Basel):
How do people find out which language(s) to speak together? Language negotiations in service encounters in plurilingual Switzerland


10.12.2026: Philipp Dankel, Miriam Locher & Thomas Messerli (Universität Basel):
Sprachen im akademischen Raum – eine Fallstudie zur sprachlichen Vielfalt an der Universität Basel

Nach oben