17 Sep 2026 - 18 Sep 2026
Time: 14:00  - 18:00
Congress / Conference / Symposium

Erzählen - Lernen - Bilden: Posthumanistische Aufmerksamkeitsökologien in der Lehre

Materialworkshop, Universität Basel, 17.-18. September 2026; Kollegienhaus, Petersplatz

Die ‘Bildung’ des Menschen durch äußere und innere Formung gehört zu den zentralen Pfeilern des Humanismus. Formen und Gattungstraditionen des Erzählens kommt dabei (Stichwort Bildungsroman) eine wesentliche Rolle zu. Wie lassen sich mit tradierten Bildungsidealen verbundenen Prämissen angesichts gegenwärtiger Herausforderungen durch technische Entwicklung und damit verbundene ökologische Gefährdung rekonfigurieren? Der Workshop fragt nach zwei Dimensionen posthumanistischer Bildung mit und durch Geschichten. Auf der Ebene der Bildungsinhalte steht die Frage im Zentrum, wie die Beziehung von Menschen zur mehr-als-menschlichen Welt (Pflanzen, Tiere und Klima sowie Medien und Maschinen) erzählend gelernt und gelehrt werden kann. Auf der Ebene einer technisch-medialen Veränderung von Bildungsprozessen fragt der Workshop danach, wie die Praktiken des Lernens mit Geschichten sich in Medienökologien verändern, in denen digitale Technologien und künstliche Intelligenzen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. 

Im Format eines Materialworkshop stellen wir drei konkrete kontemporäre Herausforderungen in der akademischen Lehre ins Zentrum, die von einem Expert:innen-Input eingeführt und dann anhand des vorab zirkulierten Materials strukturiert diskutiert werden: 

 

  1. Alternative erzähltheoretische Paradigmen in der Lehre: Wie können im Rückgriff auf die lange Geschichte der vor- und nachklassischen Erzähltheorie sowie im Dialog mit aktuellen Theorien der posthumanities und der Medienökologien begriffliche und methodische Werkzeuge der Erzähltheorie entworfen werden?
  2. Posthumanistische Narrationen und Kanones: Wie lassen sich tradierte Kanones um solche Erzählungen ergänzen, die von historisch gewachsenen Asymmetrien und blinden Flecken marginalisiert und unsichtbar gemacht worden sind? Welche Ebenen spielen dabei eine Rolle; diskursive Referenzen, inhaltliche Themensetzungen, narratologische Gestaltung oder allgemeinere strukturelle bzw. ästhetische Aspekte?
  3. Herausforderungen postdigitaler Leseökologien: Die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens befinden sich zunehmend unter Rechtfertigungsdruck bzw. transformieren sich durch KI stark. Wie sehen Bildungskulturen aus, die zwischen Optimismus und Pessimismus gegenüber sich verschiebenden Medienrealitäten vermitteln können?

 

Der Workshop wird gefördert von der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel sowie dem SNF.


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