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Tagungsbericht

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Foto: Eline Elmiger

Am 21. und 22. Juni 2019 fand die von Studierenden und Doktorierenden organisierte Graduiertentagung "Memory: Creation, Practice and Transmission" an der Universität Basel statt.

Memory: Creation, Practice and Transmission. Basel, 21.-22. Juni 2019.

Nachdem am Vorabend der Konferenz die Stadtführung durch das mittelalterliche Basel aufgrund sintflutartiger Regengüsse sprichwörtlich ins Wasser fiel und nur die Peterskirche (8. Jh.) Schutz bieten konnte, fand am 21. und 22. Juni 2019 im grossen Hörsaal des Schönen Hauses (13. Jh.) in Basel die mediävistische Graduiertentagung «Memory: Creation, Practice and Transmission» statt. Organisiert wurde die Tagung von studierenden, doktorierenden und jüngst doktorierten Angehörigen des Departements Geschichte und der Fachbereiche für Nordistik und für Germanistik der Universität Basel.

An der Tagung präsentierten zwanzig Vortragende und zwei Keynote Speakers, darunter sowohl Ortsansässige wie auch Externe aus Zürich, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, dem UK, Island und den USA.

Eröffnet wurde die Konferenz durch ein Grusswort von Prof. Dr. Maarten J. F. M. Hoenen (Philosophie des Mittelalters, Basel), abgerundet wurden die beiden Konferenztage durch Keynote Lectures von Prof. Dr. Kate Heslop (Altnordistik, Berkley) und Dr. Charlie Rozier (Geschichte, Durham).

In den breit gefächerten Beiträgen, die Grossteils auf Englisch, teils aber auch auf Deutsch gehalten wurden, kamen diverse Aspekte des Erinnerns und der Erinnerungskultur des Mittelaltes zur Sprache: Immer wieder ging es um das gezielte Erzeugen, Umschreiben und Vergessen von Narrativen der eigenen (näheren oder ferneren) Vorzeit der mittelalterlichen Historiographie zu Kirchen- und Machtpolitischen Zwecken, sowie um die identitätsstiftende Funktion kollektiver Erinnerung. Darüber hinaus kamen Mnemotechniken des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die geographische und intertextuelle Erinnerung der mittelalterlichen Literatur, sowie die Rezeption und Rekreation des Mittelalters von der Reformation bis in die Romantik zur Sprache.

Die Vorträge stützen sich auf eine Fülle von theoretischen und methodischen Ansätzen, immer wieder kamen auch Verweise auf Klassiker der Memory Studies wie etwa die Werke von Aleida und Jan Assmann. Das Niveau der Tagung war hoch und die Teilnehmenden erhielten Einblicke in laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten. Ausserdem beweisen die stets regen Diskussionen im Anschluss an die Vorträge, dass es zu Erinnerung im Mittelalter noch erheblich mehr zu sagen gibt, als es an einer zweitägigen Konferenz möglich ist; dafür gab sie sicherlich wertvolle Anregungen, in welche Richtungen künftige Forschung gehen kann und wird.

Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit DSLW